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Thursday, July 06, 2006 Sieben Tage am Limit

Sensationell, was Sonja und Michael Bargetze bei der Jeantex-Transalp-Tour 2006 geleistet haben. Das Triesenberger Ehepaar bewältigte die 7-Etappentour quer über die Alpen von Oberammergau in Deutschland bis nach Riva del Garda in Italien als hervorragende Dritte in der Kategorie «Mixed».


Mehr als 500 Zweierteams aus 22 Nationen starteten in Oberammergau zur vierten Jeantex-Tour-Transalp, die die Extremsportler durch Deutschland, Österreich und Italien über den östlichen Teil der Alpen, zum Ziel in Riva del Garda führte. Mit insgesamt 831 Kilometer, 21 032 Höhenmeter und 22 Pässe warteten auf die Athleten bei der härtesten Alpenüberquerung mit dem Rennrad. Neben der anspruchsvollen Strecke galt es für die Fahrer auch mit Hitze, Platzregen, Hagel, Tunnelpassagen und einigen Schlaglöchern fertig zu werden.
Doch nach sieben Tagen, am Gardasee angekommen, waren die Strapazen fast vergessen: «Damit hätten wir bei Rennenbeginn nie gerechnet, wir freuen uns riesig», strahlten Sonja und Michael Bargetze, als feststand, dass sie als Gesamtdritte den Sprung aufs Podest geschafft hatten. «Eigentlich liegen uns diese Rhythmuswechsel zwischen Steigung und Abfahrt nicht so sehr. Ausserdem können wir nicht so gut im Pulk rollen und im Flachen treten wir schlechter an als die Rennradfahrer», erklärten die Athleten des Liechtensteiner Radfahrerverbandes (LRV), die für einmal ihr Bike mit dem Rennvelo tauschten. «Das war komplett ungewohnt und daher haben wir uns resultatmässig gar nichts erwartet. Ich habe die Beschreibung der Jeantex-Tour-Transalp gelesen und wollte unbedingt - wegen der vielen Pässe - dabei sein», so Sonja Bargetze.
831 Kilometer über die Alpen
Die erste Etappe, zum Einrollen, ging über eine Länge vom 141,61 km vom bayerischen Oberammergau zunächst recht flach über den Ammersattel und dann über das 1894 Meter hohe Hahntennjoch nach Sölden. Vor dem Start wurden die beiden Triesenberger von einigen wegen ihren Bikelenker noch etwas belächelt. Doch in Sölden angekommen, haben sie als Achte bewiesen, dass sie ein ernst zu nehmendes Team sind. «Dabei hätten wir uns noch weiter vorne klassieren können. Michael musste zweimal einen Platten reparieren, was viel Zeit kostete.»
Von Sölden ging es am zweiten Tag über das Timmelsjoch, mit 2509 Metern dem höchsten Pass der Tour, und weiter über den ebenso steilen Anstieg am Jaufenpass (2094 m) bis nach Brixen in Südtirol. Sonja Bargetze: «Wir haben gemerkt, dass es am Berg gut geht und der 4. Platz hat uns viel Selbstvertrauen gegeben. Am Abend haben wir dann erstmals von einem Etappenpodestplatz gesprochen.»
Am dritten Tag fuhr der Tross auf der kürzesten Etappe über 90,67 Kilometer, nach St. Vigil. Doch die Anstiege zum Würzjoch (1987 m) und zum Furelpass (1737 m) hatten es in sich. «Da haben wir gesehen, dass wir bis auf das Duo Lada Konzilkova/Peter Cirkl, die amtierenden Welt- und Europameister, gegen jedes andere Team eine Chance haben und haben alles gegeben. Am Ende wurden wir für unseren Einsatz mit dem 2. Rang belohnt», informierte Michael Bargetze.
Diesen konnten die Liechtensteiner auf der vierten Etappe durch die Dolomiten über sechs Alpenpässe wiederholen und kamen zum zweiten Mal in Folge als zweites Team ins Ziel. Den eigentlichen Mountainbikern, die sich auf Rang 4 in der Gesamtwertung vorschieben konnten, war nun klar, dass auch ein Podestplatz in der Gesamtwertung möglich ist.
Auf der fünften Etappe von Wolkenstein nach Alleghe (113,72 km bei 3169 Höhenmetern,) goss es den ganzen Tag in Strömen. Bei Sturm, Gewitter und Temperaturen um die 2 Grad mussten gut 100 Teams erschöpft aufgeben, doch das Ehepaar Bargetze trotzte den Strapazen und fuhren als Dritte erneut aufs Podest.
115,39 Kilometer und 1917 Höhenmeter mussten die Teilnehmer am folgenden Tag von Alleghe nach Kaltern am See bei hochsommerlichen Temperaturen bewältigen. «Wir spürten die Nachwirkungen der Belastungen vom Vortag, erkämpften uns aber immerhin den 4. Platz. Nun wussten wir, dass wir den 3. Gesamtrang so gut wie sicher in der Tasche haben», so Sonja Bargetze.
Entsprechend zuversichtlich gingen sie in die letzte Etappe von Kaltern zum ersehnten Ziel nach Riva del Garda. «Auf die Viertplatzierten hatten wir 20 Minuten Vorsprung und es musste schon etwas Aussergewöhnliches passieren, um uns vom Podest zu verdrängen.»
Doch das LRV-Duo (Martins Fahrradshop - Simplon) meisterte auch die letzten 121,4 Kilometer souverän und sicherte sich mit dem 6. Etappenrang den sensationellen 3. Platz in der Endabrechnung.


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