«Der Mountainbikesport und damit meine Hauptdisziplin, hat sich in den letzten Jahren verändert und sich immer weiter Richtung Strassensport entwickelt», erzählt LRV-Athlet Romano Püntener. Die Mountainbikerennen werden immer schneller, es wird kompakter wie in einem Feld im Strassenrennsport gefahren. Aus diesem Aspekt startete das Schweizer Mountainbike-Team Thömus maxon, in dessen Nachwuchsteam LRV-Fahrer Romano Püntener fährt, 2025 ein wegweisendes Strassenprogramm. Dies, um neue Trainingsreize zu setzen und sich auf die immer schneller werdenden Mountainbike-Rennen vorzubereiten. Sportlicher Leiter des Projekts ist Bruno Diethelm, der die Schweiz als Nationalcoach im Mountainbike zwischen 2012 und 2022 zu zahlreichen Weltmeisterschafts- und Olympiamedaillen führte.
Der Strassensport bringt die Mountainbiker weiter
Beim Strassenprojekt sind die Resultate zweitrangig. Vielmehr gehe es darum, so Diethelm, gemeinsam zu wachsen, neue Reize zu setzen und den Mut zu haben, sich ungewohnten Herausforderungen zu stellen: «Die Strassenrennen öffnen neue Perspektiven, fördern das Lernen und Bringen jeden einzelnen Athleten einen Schritt weiter – nicht nur auf der Strasse, sondern ganz besonders auch im Biken.»
Dies zeigte zuletzt die fünftägige Rundfahrt Tour du Loir-et-Cher in Frankreich. Das Schweizer Team setzte sich aus den vier Nachwuchs-Fahrern, Loris Hättenschwiler, Nicolas Halter, Sven Sommer und Romano Püntener, dem Profifahrer Vital Albin sowie Noa Gremaud aus dem Amateur-/Masters-Team zusammen.
Schnelle und lange Etappen
Romano Püntener ging, wie alle Fahrer, mit dem Ziel an den Start, sich als Athlet persönlich weiterzuentwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Dies sind zum Beispiel die Fähigkeiten für das Team Führungsarbeit zu verrichten, sich im Feld richtig zu positionieren, für das Team Flaschen zu holen oder mit dem Staff im Begleitfahrzeug oder am Streckenrand zu kommunizieren. Die Rundfahrt stellte das Team vor besondere Herausforderungen: Etappen von nahezu 200 Kilometern, extrem hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten von 45 bis 46 km/h und enge Strassen, auf denen die Position im Feld entscheidend war.
«Beeindruckende Bereitschaft und enorme Fortschritte»
«Diese Rundfahrt hat eindrücklich gezeigt, wie wertvoll dieses Projekt ist. Seit dem Start im letzten Jahr haben alle Athleten enorme Fortschritte gemacht – physisch, mental und im Rennverständnis», so Bruno Diethelm. Besonders beeindrucke die grosse Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, Verantwortung zu übernehmen und jeden Tag bewusst als Chance zur Entwicklung zu nutzen.
Romano Püntener hatte vor gut einem Jahr in Kroatien seine ersten Einsätze auf der Strasse. «Es war ein Krampf, ich konnte mich kaum von den täglichen Etappen erholen», blickt er zurück. Heute ist es anders. «Ich konnte mich viel besser aufs Rennen konzentrieren und mich von Tag zu Tag erholen. Ich bin mit meiner Leistung und meinen Fortschritten innerhalb des vergangenen Jahres sehr zufrieden. Es hat Spass gemacht», so Püntener.
Jetzt gilt der Fokus dem Mountainbikesport
Dies unterstrich auch Bruno Diethelm: «Genau hier hat das Team seine Stärke gezeigt. Fünf Tage lang haben wir als Einheit funktioniert – mit Energie, Leidenschaft und echter Freude am gemeinsamen Weg. Jeder hat für den anderen gearbeitet, jeder hat gelernt, jeder ist gewachsen. In diesem Rennen standen nicht die Resultate im Mittelpunkt, sondern die Entwicklung. Und genau darin liegt unsere grösste Stärke.»
Romano Püntener ist überzeugt, dass ihn die Strassenerfahrung auch im Mountainbikesport weiterbringt und blickt dem Saisonstart im Mountainbike-Weltcup der U23 zuversichtlich entgegen.
Bild: Romano Pünenter hat nach der fünftägigen Rundfahrt 840 Rennkilometer mehr in den Beinen. Bild: eing.



