Präsident Benedikt Mündle begrüsste die Delegierten der Liechtensteiner Radvereine im Hotel Kommod in Ruggell zur 75. Delegiertenversammlung des Liechtensteiner Radfahrerverbandes. Darunter die Ehrenmitglieder und ehemaligen Präsidenten Louis Oehri, Adolf Heeb, Rico Cattaneo, Peter Rutz, Yvonne Ritter-Elkuch und Paul Kind. Zusammengerechnet standen sie dem vor 75 Jahren in Schaan gegründeten Verband 35 Jahre lang vor und prägten ihn massgeblich. Mit grossem Interesse verfolgen sie das Verbandsgeschehen noch heute.

Vorstand in seinen Ämtern bestätigt

Im Mittelpunkt der Generalversammlung standen die Wahlen und der Sport. Benedikt Mündle (Präsident), Martin Püntener (Leistungssportverantwortlicher Mountainbike), Marco Sprenger (Leistungssportverantwortlicher Strasse) und Andreas Mündle (Kassier) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Rück- und Ausblick der Leistungssportler Marco Sprenger (Chef Leistungssport Strasse) inter-viewte die Liechtensteiner Athleten zu den Highlights des vergangenen Jahres und ihren bevorstehenden Zielen. So erzählte zum Beispiel der jüngste Fahrer, Strassen-Spezialist Clemens Sprenger (U19), von seiner ersten internationalen Dreitages-Rundfahrt, den Oberösterreich Classics. Dort wurde bereits am ersten Tag über 100 Kilometer ein Schnitt von 45 Stundenkilometern erzielt. Enduro-Fahrer Marco Püntener verriet, dass er seine Technik in glitschigem Gelände besonders gut ausspielen könne. U23-Mountainbiker Romano Püntener blickte optimistisch nach vorn: Er konnte sich optimal auf die neue Saison vorbereiten und erhofft sich dadurch mehr Konstanz.

Grosses Engagement der Athleten

Martin Püntener (Chef Leistungssport Mountainbike) betonte das grosse Engagement der Athleten im Training und bei der Vorbereitung auf Grossanlässe und Weltcups: «Was sie für den Sport investieren, finde ich sehr cool.» Dies sei nötig, um auch international von sich reden zu machen. Eine Demonstration ihres Könnens zeigten sechs Athleten an den Kleinstaatenspielen: Im Mountainbike gewannen sie mit Gold (Romano Püntener), Silber (Team mit Püntener, Felix Sprenger, Flavio Knaus) und Bronze (Felix Sprenger) einen kompletten Medaillensatz. Im Strassenrennen verpassten sie eine weitere Medaille nur hauchdünn. Zudem machten Romano Püntener und Felix Sprenger mit je einer Top-15-Platzierung im Weltcup (Felix Sprenger 13. in Lake Placid, Romano Püntener 9. im Short Track in Nove Mesto) sowie mit ihren Rennen an Welt- und Europameisterschaften auf sich aufmerksam.

Motivation und Osterhase für Felix Sprenger

Rückblickend stachen drei Ereignisse besonders hervor: die Kleinstaatenspiele, die Bronzemedaille von Ewald Wolf an der Gran-Fondo-Weltmeisterschaft in Australien sowie die Wahl von Felix Sprenger zum Liechtensteiner Sportler des Jahres 2025. «Für Felix Sprenger, aber auch für den Verband ist es ein sehr schönes Zeichen, dass die Bevölkerung die Leistung unserer Sportler schätzt», so Mündle. Auch Romano Püntener ist bereits zweifacher Liechtensteiner Sportler des Jahres. In seiner Würdigung zitierte Mündle den italienischen Radprofi Filippo Ganna (Olympiasieger und Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung). Dieser äusserte sich in einem Interview mit der italienischen «Gazzetta dello Sport» kritisch über den extremen Fokus auf Ernährung und Gewichtsmanagement bei jungen Nachwuchsfahrern: «Ich sehe in den sozialen Medien junge Fahrer, die strikte Diäten einhalten und ihr Essen abwiegen. Das ist nicht gut. Du musst vor allem Spass am Radfahren haben. Mental unbeschwert zu sein, ist noch wichtiger.» «Ich hoffe, du bleibst mental unbeschwert», wandte sich Mündle an Sprenger und überreichte ihm einen Osterhasen – passend in Sprengers Ausrüstung gestaltet und fast zu schön, um ihn zu essen. Ewald Wolf hatte sich für die Delegiertenversammlung entschuldigt. Er weilt derzeit im Trainingslager.

Gute Zusammenarbeit mit Swiss Cycling

Auch in der aktuellen Saison ist es das Ziel der Liechtensteiner Strassenfahrer und Mountainbiker, die Landesfarben im Weltcup sowie an Welt- und Europameisterschaften erfolgreich zu repräsentieren. Martin Püntener unterstreicht dabei die gute Kooperation mit Swiss Cycling: So wurden für 2026 beispielsweise Romano Püntener und Felix Sprenger in das rund zwölfköpfige U23-Kader integriert.

Auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor

Die Teilnahme an internationalen Grossevents ist mit erheblichen Kosten verbunden. Der Verband ist dankbar für die langjährige Unterstützung treuer Partner, die diese Einsätze ermöglichen. Aktuell wird ein neuer Hauptsponsor gesucht. Eine gute Möglichkeit für ein Unternehmen, seine Marke gemeinsam mit den Athleten international zu präsentieren.

50 Jahre nach der Tour de Suisse 1976

Ehrenmitglied Peter Rutz überbrachte Grüsse von Ehrenmitglied Roman Hermann und präsentierte eine Tasche, bedruckt mit dem Ovomaltine-Logo – ein Erinnerungsstück, das Her-mann 1976 bei der Tour de Suisse erhalten hatte. Rutz erinnerte an das damalige «Drama um Didi Thurau»: Der Deutsche war auf der Etappe von Amden nach Gaflei eingebrochen. Anscheinend hatte ihn dieses Erlebnis jedoch gestärkt, denn ein Jahr später gewann er den Prolog der Tour de France und trug danach15 Tage lang das Gelbe Trikot.

1.-Mai-Kritierium und Chasing Cancellara

Am 25. April wird die Chasing Cancellara – Granfondo Vaduz ausgetragen. Beim 1.-Mai-Radkriterium «Rund um den Weiherring» in Mauren werden über 200 Athletinnen und Athleten starten und sich packende Sprints liefern. Dabei hat der Veranstalter in nahezu allen Kategorien Anpassungen am Format vorgenommen. So wird der Event für Teilnehmende und Zuschauer noch attraktiver.